Erbschaftssteuer Schweiz: Kanton für Kanton unterschiedlich
Die Schweiz kennt keine nationale Erbschaftssteuer – jeder Kanton regelt sie selbst. Manche haben sie abgeschafft, andere erheben bis zu zweistelligen Prozentsätzen. Dieser Ratgeber verschafft Ihnen den Überblick und zeigt, wie Sie planen können.
Wo gibt es Erbschaftssteuer? Übersicht 2026
Kantone ohne Erbschaftssteuer
- Luzern, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Uri, Zug
- Appenzell Innerrhoden
Erben in diesen Kantonen zahlen keine Erbschaftssteuer. Das geerbte Vermögen fliesst aber in die Vermögenssteuer ein – es erhöht Ihr steuerbares Vermögen im Jahr des Erbfalls.
Kantone mit Erbschaftssteuer
Alle übrigen Kantone erheben eine Erbschaftssteuer. Die Sätze und Freibeträge weichen stark voneinander ab.
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Typische Freibeträge und Sätze (Beispiele)
Nach Verwandtschaft
| Erbe | Typischer Freibetrag (je Kanton) | Satz (grob) |
|---|---|---|
| Ehegatte / eingetr. Partner | CHF 50'000 – unbegrenzt | 0–3% |
| Kinder | CHF 20'000 – CHF 50'000 | 1–5% |
| Enkel | CHF 10'000 – CHF 30'000 | 2–8% |
| Nicht-Verwandte | Kein oder geringer Freibetrag | 5–50%+ |
Die Zahlen sind Richtwerte – jeder Kanton hat eigene Tarife. Genf und Waadt sind oft am höchsten besteuert.
Planung: Wie Sie Erbschaftssteuer reduzieren
1. Wohnsitz des Erblassers
Die Erbschaftssteuer richtet sich meist nach dem Wohnsitz des Erblassers. Ein Wohnsitz in Zug oder Schwyz spart Erben die Steuer – ein Wohnsitz in Genf oder Basel-Stadt kann teuer werden.
2. Schenkungen zu Lebzeiten
Schenkungen unter Lebenden können die Erbmasse reduzieren. Viele Kantone haben Schenkungssteuern – oft niedriger als die Erbschaftssteuer. Ausserdem nutzen Sie Freibeträge mehrfach, wenn Sie über Jahre verteilt schenken.
3. Testament und Erbvertrag
- Pflichtteil beachten: Gesetzliche Erben haben Anspruch auf einen Mindestteil
- Freie Quote nutzen: Den nicht-pflichtteil-geschützten Teil können Sie frei vergeben
- Stiftung oder Trust: In komplexen Fällen möglich – steuerliche und rechtliche Beratung nötig
4. Heirat vor dem Erbfall
Ehegatten und eingetragene Partner werden oft deutlich besser behandelt als Konkubinatspartner. Die Steuersätze und Freibeträge für Ehegatten sind in fast allen Kantonen günstiger.
Was Erben beachten müssen
Steuererklärung
- Vermögen: Die Erbschaft erhöht Ihr steuerbares Vermögen im Jahr des Erbfalls
- Einkommen: Einkünfte aus dem Erbe (Zinsen, Mieten, Dividenden) müssen versteuert werden
- Erbschaftssteuer: In Kantonen mit Erbschaftssteuer separate Anmeldung – Fristen einhalten
Fristen
Jeder Kanton hat eigene Fristen für die Meldung und Veranlagung. Oft 3–12 Monate nach Kenntnis des Erbfalls. Verspätung kann Zuschläge oder Schätzungen auslösen.
Kantone im Kurzvergleich (Erbschaftssteuer)
| Kanton | Erbschaftssteuer | Hinweis |
|---|---|---|
| Zug | Nein | Keine Erbschaftssteuer |
| Schwyz | Nein | Keine Erbschaftssteuer |
| Genf | Ja | Hohe Sätze, v.a. für Nicht-Verwandte |
| Waadt | Ja | Hohe Sätze |
| Bern | Ja | Moderate Sätze |
| Zürich | Ja | Moderate Sätze, Freibeträge für Nahverwandte |
| Basel-Stadt | Ja | Moderate bis hohe Sätze |
Kurz zusammengefasst
- Keine Bundessteuer: Erbschaftssteuer ist kantonal.
- 7 Kantone ohne Erbschaftssteuer: u.a. Zug, Schwyz, Luzern.
- Planung lohnt: Wohnsitz, Schenkungen, Testament können die Belastung senken.
- Erben: Fristen einhalten und Vermögen in der Steuererklärung angeben.
Bei grossen Erbschaften oder komplexen Familienverhältnissen: Beratung durch Steuerberater und Nachlassplaner einholen.